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Test: Logitech F710 Wireless Gamepad

Geschrieben von am Donnerstag, 24. Januar 2013, gepostet unter Gamepads, Tests

logitech-f710-gamepad-21In unserem Test des Logitech F510 Gamepads sind wir neulich bereits darauf eingegangen, daß außerdem auch eine quasi baugleiche, aber eben kabellose Version namens Logitech F710 Wireless Gamepad erhältlich ist, die sich lediglich in der Farbe des Gehäuses vom F510 unterscheidet. Diese ist nämlich im Falle des F710 silber (statt blau beim F510). In den Punkten Verarbeitung, Haptik, Ergonomie, Tasten-Layout und Tasten-Druckpunkte zeigt das F710 also aufgrund seiner quasi identischen (nur quasi weil ja im Inneren zusätzlich ein Wirelss-Transmitter verbaut ist, äußerlich ist es von der Form her komplett identisch) Bauart die gleichen Vor- und Nachteile wie das F510, mit anderen Worten: es macht also in den allermeisten Punkten eine überaus gute Figur. Wie es im Einzelnen aber konkret abschneidet, darauf wollen wir nachfolgend näher eingehen.
 

Altbewährtes Design, moderne Technik

 
Wie bereits im Test des F510 erwähnt, so handelt es sich auch beim F710 im Grunde immer noch um das gleiche Design wie beim guten, alten Logitech Rumblepad 2. Wer Selbiges also besaß/immer noch besitzt, damit zufrieden war und nun einen adäquaten Nachfolger für ausgedehnte Zock-Sessions sucht, für den haben wir gute Nachrichten: Das F710 erweist sich im Test als absolut würdiger und mindestens genauso gut gelungener Nachfolger wie das altehrwürdige Rumblepad 2. Es hat die gleiche Grundform, es besitzt das gleiche Tasten-Layout, es liegt genauso gut in der Hand, kurzum: Es ist das Gleiche in Grün, nur eben neuer, moderner und natürlich kabellos!

Neuer okay, aber warum moderner? Nun, zum einen ist es, wie eingangs erwähnt, kabellos, was früher nicht besonders weit verbreitet und in den meisten Fällen auch nicht sonderlich ausgereift war, zum anderen verfügt es über einen neuen Input-Standard (XInput statt dem alten DirectInput des alten Rumblepad 2). Wer nun Angst hat, daß er ältere Spiele mit dem F710 nicht mehr steuern kann, für den können wir Entwarnung geben. Den alten Input-Standard beherrscht das F710 nämlich ebenfalls. Mit Hilfe einer kleinen Zusatz-Taste an der Oberseite kann man zwischen den beiden Input-Modi hin- und her-switchen, sodaß auch ältere Spiele, bei deren Entwicklung es den Standard XInput noch nicht gab, weiterhin steuerbar sind.

logitech-f710-gamepad-22Kommen wir zum Design, Tastenlayout und zur Haptik. Das F710 liegt überaus gut in der Hand, die Tasten haben einen guten Druckpunkt, der weder zu leicht noch zu schwergängig ist. Die Anordnung der einzelner Buttons ist sinnvoll, logisch und ermöglicht eine problemlose Erreichbarkeit aller Tasten, unabhängig davon, ob man eher kleine oder eher große Hände hat. Insgesamt fühlen sich aufgrund der Anordnung der Tasten und der Form des Controllers sicherlich eher die Leute zuhause, die Fans der bisherigen Logitech-Gamepads oder der Playstation-Gamepads sind. Ausgewiesene Fans des Microsoft XBOX360 Controllers (HIER bei uns im Test) sollten vor dem Kauf möglicherweise erst einmal einen kleinen Fühl-Test in Erwägung ziehen, um zu überprüfen, ob das F710 für sie auch wirklich die richtige Wahl ist. Objektiv betrachtet kann man das Handling, die Ergonomie und die Haptik aber nur als absolut gelungen bezeichnen. Hier geht es eher um persönliche Vorlieben und kleine Nuancen, die darüber entscheiden, welcher der (in beiden Fällen sehr guten) Gamepads für einen persönlich die “Weapon of Choice” darstellt.
 

 

Ausgezeichnetes Wireless-Gamepad mit lediglich kleinen Schwächen

 
Der bekannte, kleine Kritikpunkt in Bezug auf die etwas suboptimale Rutschfestigkeit der beiden Analog-Sticks bei schwitzigen Händen sollte an dieser Stelle allerdings nicht unerwähnt bleiben. Hier bietet der XBOX360 Controller durch die eingedellte Form seiner Analog-Sticks insbesondere in hitzigen (und switzigen) Spiel-Situationen ein wenig mehr “Grip” für die Daumen. Wobei das Logitech F710 hier ebenfalls nicht unbedingt schlecht aussieht. Grundsätzlich ist auch hier guter Halt für die Daumen geboten, nur bietet das XBOX360-Gamepad hier nochmal eine etwas bessere Rutschfestigkeit.

Das digitale Steuerkreuz auf der linken Seite ist wiederum ein wenig besser gelungen als das Pendant beim XBOX360 Gamepad. Jenes krankt nämlich ein bisschen daran, daß es nicht unbedingt das Präziseste seiner Zunft ist, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn man versucht, damit typische Halb- oder Viertelkreis-Special Moves à la Street Fighter auszuführen. Hier eignet sich das Digi-Kreuz des Logitech F710 deutlich besser, da es unserer Meinung nach vor allem die “Zwischen-Richtungen” – also schräg-oben oder schräg-unten – präziser ausführt und sich auch insgesamt einfach weniger “hakelig” anfühlt.

Wiederum nicht ganz perfekt ist der Hub der beiden hinteren Schultertasten. Im Normalfall verwendet man diese ja bei Rennspielen für Gas und Bremse weil sie analog sind, jene des F710 eignen sich allerdings aufgrund des zu kurzen Hub-Weges für diesen Zweck nur eingeschränkt, bzw. vor allem für Leute, die auch mit kurzem Hub zurecht kommen, oder die ohnehin nur solche Rennspiele spielen, in denen man aufgrund von diversen Fahrhilfen oder aufgrund von fehlendem Realismus theoretisch auch mit digitalen Versionen von Gas und Bremse auskommt.
 

Farbschema der Tasten nun wie beim XBOX360 Gamepad

 
logitech-f710-gamepad-23Ein ehemals durchaus relevanter Kritikpunkt älterer Logitech-Gamepads wurden nun mit dem F710 und dem F510 ein für allemal ausgemerzt. Und zwar die Bezeichnung und Farbgebung der 4 “Haupt-Buttons” (die Tasten 1 bis 4, respektive A,B,X und Y). Diese sind nun nämlich sowohl farblich als auch namentlich identisch mit ihren Pendants auf dem XBOX360-Controller. Da dieses im PC-Sektor als das aktuelle “Standard-Gampad” gilt und dies auch schon seit einiger Zeit so ist, gab es immer mal wieder Spiele, die im Setup, im Tutorial, oder gar im Spiel selbst ausschlieslich die Farben und Namen des 360-Controller anzeigten, unabhängig davon, welches Gamepad man gerade verwendete. Da man ja beim Spielen mit einem älteren Logitech-Gamepad (oder irgendeines anderen Controllers, der ebenfalls nicht die gleiche Farbgebung hatte wie der XBOX360-Controller) nicht immer gleich das Farbschema des Microsoft-Pads im Kopf hat, musste man also in den entsprechenden Situationen immer erst kurz überlegen, welche Taste auf dem Logitech-Pad denn nun der Taste entspricht, die auf dem Bildschirm gerade angezeigt wird. Im Falle eines Quick-Time Events im gerade laufenden Spiel konnte es nun aber passieren, daß dieses kurze Überlegen bereits zu lange war und ein ungewolltes Ableben oder andere negative Konsequenzen nach sich zog. Da Logitech ihre aktuellen Gamepads hier nun also angepasst hat, gehört dieses Problem ab sofort der Vergangenheit an.

Was man noch erwähnen sollte, ist die Tatsache, daß sich die Tastenbelegung des F710 nur dann komplett individuell einstellen lässt, wenn man sich im neuen XInput-Modus befindet. Im alten DirectInput-Modus ist dies leider nicht möglich. Befindet man sich im DirectInput-Modus, so verhält sich das Logitech F710 wie ein XBOX360 Controller in seiner Standard-Tastenbelegung.

Das Logitech F710 Wireless Gamepad ist aktuell für circa 40-45 EUR erhältlich, in Spiele-Shops, in Elektrofachmärkten oder auch bei Amazon.de.

Die mehrfach angesprochene, baugleiche, aber kabelgebundene Version namens F510 kostet in der Regel 10 EUR weniger, also 30-35 EUR.
 

Fazit:

Abschließend lässt sich das Logitech F710 Wireless Gamepad nur als absolut gelungenes Gamepad bezeichnen. Trotz kleinen Aufpreises (in Höhe von ca 10 EUR) gegenüber der kabelgebundenen Version F510 verfügt das F710 immer noch über ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis da es bis auf ein paar Kleinigkeiten eine tadellose Gesamtleistung in Kombination aus sehr guter Verarbeitung, einwandfreier Ergonomie und ausgezeichnetem Handling, großer Präzision und großzügiger Wireless-Reichweite abliefert.

Insbesondere für Anhänger bisheriger Logitech-Gamepads und generell für Fans von “Playstation-artigen” Controllern stellt das F710 quasi das aktuelle Nonplusultra bei den Wireless-Gamepads dar. Ganz klare Kaufempfehlung von unserer Seite.”

 

Positiv:

Negativ:

+ Sehr hohe Präzision

+ Sehr breite Kompatibilität

+ Im XInput-Modus programmierbar

+ Tasten-Farbschema wie beim XBOX360 Gamepad

+ Gutes, kraftvolles Force Feedback

+ sehr gute Verarbeitung

+ lange Akku-/Batterie-Laufzeit

- analoge Schultertasten mit zu kurzem Hub

- Rutschfestigkeit der Analog-Sticks könnte besser sein

 

Logitech F710 Wireless Gamepad – Bildergalerie:

 

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